

Janine Osterwalder
Business Coach
Welche Überzeugung begleitet Dich schon lange und prägt Deine Entscheidungen bis heute?
„Folge deiner Freude.“ Das ist für mich weit mehr als ein schöner Satz. Ich glaube daran, dem Leben und neuen Situationen grundsätzlich positiv zu begegnen und den Blick auf das zu richten, was möglich ist. Freude ist dabei mein wichtigster Kompass.
Wie gehst Du persönlich mit Veränderungen um? Und was hilft Dir, Chancen früh zu erkennen?
Ich finde Veränderungen wirklich toll. Für mich steckt darin immer die Chance, etwas neu oder anders zu denken. Und ich glaube, genau das ist eine meiner Stärken: Wenn ich Veränderung als Möglichkeit sehe, fällt mir auch die Umsetzung unglaublich leicht. Auch in vermeintlich schwierigen Situation versuche ich mich auf meine innere Stabilität zu berufen und Ruhe zu bewahren. Daraus entsteht dann oft bereits der erste Impuls, wie es weiter gehen könnte.
In welchen Momenten spürst du echte Freude und Leichtigkeit in Deiner Arbeit?
Wenn ich voll in meiner Materie bin, meine Intuition Platz haben darf und ich mit Menschen in einen offenen und tiefen Austausch komme. Dann fühlt sich Zeit oft unendlich an. Das kann die Moderation eines Workshops sein, das Eintauchen in grafische Gestaltungen oder im 1:1 Gespräch.
Welche Art von Herausforderungen ziehen Dich an? Und warum gerade diese?
Ich habe eine sehr schnelle Auffassungsgabe und sehe oft früh, was alles möglich wäre. Meine Herausforderung dabei: mich nicht gleich ins Potenzial zu verlieben. Gerade in der Arbeit mit Menschen geht es für mich darum, meine Lösung auch einmal zurückzuhalten und dem Gegenüber den Raum zu geben, die eigene Erkenntnis zu gewinnen.
Wie beschreiben andere Deine Art zu arbeiten? Und was davon trifft Deiner Meinung nach besonders zu?
Strukturiert, positiv, aufgestellt, motivierend – und definitiv eine Macherin. Ich kann Menschen schnell für etwas begeistern und liebe es, wenn aus einer Idee Bewegung entsteht. Das „Machen“ trifft mich wahrscheinlich besonders gut: Wenn etwas stimmig ist, möchte ich es nicht nur diskutieren. Ich möchte es ins Leben bringen. Am liebsten jetzt und sofort. Das ist nicht immer die beste Lösung, bringt mich jedoch im Durchschnitt mit einer vernünftigen Drehzahl voran.
Was ist Dir in der Zusammenarbeit mit Menschen am wichtigsten? Intern wie extern?
Offenheit, Neugier und Flexibilität und natürlich Freude. Ich möchte mit Menschen arbeiten, mit denen man gemeinsam denken, ausprobieren, lachen und sich weiterentwickeln kann. Mit coolen Menschen gemeinsam etwas zu bewegen erfüllt mich. Dafür sind mir eine gemeinsame Vision und vor allem ähnliche Werte sehr wichtig.
Welche Erfahrung aus Deinem bisherigen Leben hat Dich als Unternehmer oder Führungsperson nachhaltig geprägt?
Nepal. Nach dem Erdbeben 2015 gemeinsam mit den Menschen vor Ort den Wiederaufbau zu organisieren, hat mir gezeigt, was möglich wird, wenn Menschen eine gemeinsame Richtung haben, Verantwortung übernehmen und einander vertrauen. Diese Erfahrung begleitet mich bis heute.
Welche Gewohnheit oder Macke an Dir ist im Business überraschend nützlich?
Wahrscheinlich mein gesunder Perfektionismus. Gerade in der Vorbereitung und Organisation überlasse ich Dinge nur ungern dem Zufall. Das gibt mir gleichzeitig die Freiheit, in der Durchführung loszulassen, präsent zu sein und spontan auf das einzugehen, was gerade entsteht.
Was bringt Dich in Gesprächen mit anderen Menschen wirklich weiter? Und woran erkennst Du gutes Sparring?
Die richtigen Fragen und die Geduld, einer Antwort wirklich Zeit und Raum zu lassen. Denn genau daraus kann echte Erkenntnis entstehen. Ich bin überzeugt, Zuhören ist eine Tugend. Dabei ist die wertvollste Frage manchmal diejenige, nach der man einfach einmal nichts sagt.
Woran merkst Du, dass Du auf dem richtigen Weg bist? Auch wenn der Alltag mal hektisch ist?
An der Freude. Wenn ich neugierig bin, Energie habe und mich auf Menschen und Aufgaben wirklich freue, weiss ich: Ich bin richtig. Mein innerer Kompass ist erstaunlich einfach geworden. Mehr von dem, was lebendig macht. Wenn ich speziell im Alltag realisiere, dass mir diese Leichtigkeit gerade abhandengekommen ist, dann mache ich heute früher eine bewusste Pause, mache etwas anderes oder gehe kurz in die Natur. Das hilft mir, mich danach wieder fokussiert und vor allem in einer leichteren Energie an die schwierigeren Aufgaben zu machen. Am Ende ist es oft sogar effizienter.